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Wertvolle “Timbuktu-Manuskripte” erstmals im Netz

Die arabischen Handschriften stammen aus der Wüstenstadt Timbuktu in Mali, die ältesten von ihnen sind aus dem 12. Jahrhundert. Im Januar 2013 wäre der Kulturschatz beinahe durch islamistische Rebellen vernichtet worden. Aber die Bewohner Timbuktus waren schneller als die Aufständischen, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen. Heimlich brachten sie rund 285.000 Manuskripte in die 1000 Kilometer südlich gelegene Hauptstadt Bamako.

Die historischen Dokumente enthalten Texte über Mathematik, Astronomie, Astrologie oder den Koran. Seit dem 20. März sind sie digital verfügbar und können auf der Seite “Mali Magic” betrachtet werden. Diese ist eine Zusammenarbeit von malischen Gemeindevorstehern sowie lokalen und internationalen Organisationen wie der UNESCO. Als Plattform fungiert die Web-Anwendung “Google Arts and Culture“, die unter anderem virtuelle Museumsrundgänge ermöglicht. “Damit gibt es Hoffnung, dass dieses Erbe erhalten werden und zu Frieden und kultureller Verständigung beitragen kann”, ließ der Internet-Konzern in einer Pressemitteilung verlauten.

Kulturelles Erbe Afrikas

Die Texte, die teils auf Papier, teils auf Ziegen- oder Kamelhaut oder auch auf Knochenplatten verfasst sind, stünden für die lange Tradition geschriebenen Wissens und herausragender Wissenschaft in Afrika. Derzeit befänden sich die Handschriften bei der malischen Organisation Savama-DCI, die sich für den Schutz der Texte einsetzt. Der Gründer der Organisation, der Archivar Abdel Kader Haidara, war maßgeblich an der Rettung der Manuskripte beteiligt.
 
Timbuktu erlebte vor allem im 15. und 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit als Umschlagplatz im Karawanenhandel und war ein internationales Zentrum islamischer Gelehrsamkeit, vergleichbar einer mittelalterlichen Universität. 

quelle

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